Einleitung
Er bleibt grün, weil sein Gerbstoff (Tannin) nicht oxidierte. Ob dieser fehlenden Fermentation ist er ein wenig bitterer als der schwarze, aber dennoch feinaromatisch. Grüntee gelangte als erster nach Europa und galt zudem als der Bessere (die britische Dienerschaft bekam den angeblich minderwertigen schwarzen). Erst als man ihm Farbstoffe ( so genanntes Berliner Blau) beimengte, um den Aufguss etwas kräftiger zu gestalten, geriet er in Verruf, wurde in England gar verboten und förderte mit seinem Niedergang den Vormarsch der fermentierten, schwarzen Variante. Heute kommen Grüntees aus China oder Taiwan, Vietnam oder Japan. Sie gelten in ihren Ursprungsländern als bewusstseinserweiternd, vitalisierend und gesundheitsfördernd. Sencha, longjeng oder gunpowder sind die bekanntesten ihrer Art. Die berühmtesten aber sind der hyson, der erste jemals in China geerntete Tee und geschätzt, weil er dazu einer der besten ist. Weitere Berühmtheiten sind der "Kaisertee" chung-hao, der mit Jasminblüten aromatisiert wird, und der feine pi lo chun, (Jadespirale des Frühlings), der schon während der Sung-Dynastie dem Kaiser als Geschenk gereicht wurde und vom Kaiser K`hang-hsi seinen Namen erhielt. Der gyokuro (Perlentau) von den Hängen des Fudschijama ist ein japanischer Spitzentee aus der Frühjahrspflückung im Mai, der pulverisierte matcha unverzichtbar bei der japanischen Teezeremonie.
Interessante Daten und Fakten
Für ein ästhetisches Ritual werden in China die Blätter zu Teerosen zusammengebunden, manchmal mit einer Trockenchrysantheme in der Mitte, die dann wie der ganze Strauß beim Aufbrühen (ergiebig bis zum siebten Mal) aufgeht. Jin shang tian hua heißt eine solche Teerose, was so viel bedeutet wie: "Füge der Schönheit noch etwas Glanz hinzu."
Grüner Tee wird ohne alles getrunken, nach arabischem oder indischem Geschmack kann aber auch Minze hinein. Bekömmlich macht ihm viel Gerbsäure, die Magen und Darm beruhigt, wertvoll wird er durch den Mineralienanteil von Kalium und vor allem Flour gegen Karies.
Nota bene: Grüntees sollten für perfekten Genuss nicht mit kochendem, sondern nur mit heißem Wasser (ca. 70 – 80 °C) aufgegossen werden.
Tipp: Grüner Tee kann sogar bis zu sieben Mal aufgegossen werden. Der Geschmack ändert sich, wird aber nicht schlechter. Kenner favorisieren sogar den dritten Aufguss.
Kultiges Getränk
Im Gegensatz zum Schwarzen Tee ist Grüner Tee nicht fermentiert. Dadurch behält er seine hellgrüne Farbe sowie auch alle Inhaltsstoffe in ihrer ursprünglichen Konzentration und in unveränderter Zusammensetzung und unterscheidet sich auch im Geschmack deutlich vom Schwarzen Tee. Der Grüntee ist bitterer und hat ein süßlicheres, und feineres Aroma. Außerdem wird er in Ursprungsländern wegen seiner vielfältigen gesundheitsfördernden Wirkungen als Naturheil- und Schönheitsmittel besonders geschätzt.
Die populärsten Sorten sind: der Sencha, der in Japan am meisten getrunken wird und im Geschmack entfernt an Meeresalgen erinnert; der Gunpowder (= "Schießpulver"), dessen Name von dem Knistern kommt, das beim Aufgießen mit heißem Wasser zu hören ist; der Chun Mee, der mit seinem kräftigen und fruchtigen Aroma besonders auch bei den Europäern beliebt ist. Als teuerster Grüntee gilt der Gyokuro, der zum Beispiel an den Hängen des Fudschijama angebaut wird.